Newsletter Karlsruhe – Basel

Informationen zum BahnprojektNr. 3 | Dezember 2025

DB AG/Jan Widmann

Liebe Leser:innen,

zum Jahresende können wir über einen weiteren Meilenstein berichten: Die Neubaustrecke zwischen Müllheim und Auggen ist technisch geprüft und bereit für den Start zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember. Mit dem Abschluss des viergleisigen Ausbaus schaffen wir mehr Kapazität und Stabilität für den Bahnverkehr in der Region – ein wichtiger Schritt für eine der meistbefahrenen Bahnachsen Deutschlands.

Auch am Tunnel Rastatt ist viel geschafft: Die Feste Fahrbahn liegt, die Technik zieht ein und der nächste große Abschnitt auf dem Weg zur Betriebsaufnahme Ende 2026 ist in Sicht. Welche Herausforderungen dabei zu meistern sind und was uns bis zur Fertigstellung noch erwartet, lesen Sie im Interview mit unserem Projektingenieur Robin Weber.

Außerdem werfen wir einen Blick auf Bodenerkundungen und Kampfmittelsondierungen im Streckenabschnitt 8 – Arbeiten, die im Projektalltag oft im Hintergrund bleiben, aber für die Sicherheit unerlässlich sind.

Werfen Sie auch einen Blick in unseren kleinen Jahresrückblick der Meilensteine 2025.

Ich wünsche Ihnen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr.

Ihr Philipp Langefeld
Leiter Bahnprojekt Karlsruhe – Basel

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Aktuelles

Abschnitt Müllheim Auggen: Die Neubaustrecke im Test auf Herz und Gleise 

Die Neubaustrecke zwischen Müllheim und Auggen geht zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 in Betrieb. Für die Region ist das eine positive Nachricht: Der viergleisige Ausbau zwischen Müllheim und Schliengen ist abgeschlossen. Schnelle Fernverkehrszüge fahren künftig auf eigenen Gleisen, Güter- und Nahverkehr bleiben auf der Rheintalbahn. Das erhöht die Kapazität, stabilisiert den Betrieb und schafft Reserven auf einer der meistbefahrenen Achsen Deutschlands.

Nach dem Lückenschluss im Juni hat die Deutsche Bahn (DB) die neue Infrastruktur technisch geprüft. Zuerst bewertete ein Schienenprüfzug die Schienen hinsichtlich Materialfehler, Rissen und Schweißnähten. Anschließend erfasste der RAILab-Zug die Gleisgeometrie im Millimeterbereich. RAILab steht für „Rollendes Analyse- und Inspektions-Labor“. Die Auswertung erfolgte in Echtzeit und ermöglichte punktuelle Korrekturen im Oberbau. Ergänzend dazu erfasste ein Oberleitungs-Messzug die Fahrdrahthöhen- und Seitenlagen, um so das optimale Zusammenspiel zwischen Stromabnehmer und Fahrdraht nachweisen zu können.

Zum Abschluss absolvierte der ICE-S sogenannte Hochtastfahrten. Der ICE-S ist der Mess-ICE der DB, ein kurzer Hochgeschwindigkeitszug mit zwei Triebköpfen und zwei Messwagen. Er prüfte die neue Strecke unter realen Bedingungen. Die Versuchsfahrten begannen bei 160 Kilometer pro Stunde und wurden schrittweise bis 275 Kilometer pro Stunde gesteigert. Sensoren erfassten das Verhalten von Rad und Schiene sowie die Kontaktkräfte zwischen Stromabnehmer und Oberleitung. Die Ergebnisse fielen positiv aus: Die Strecke ist für den Einstieg in den Betrieb vorbereitet.

Zum Fahrplanwechsel nimmt die DB den Abschnitt Müllheim – Auggen mit den bestehenden Fahrplankonzepten im gewohnten Takt in Betrieb. Bis zur Betriebsaufnahme schließen die Teams Restarbeiten an der Dokumentation ab, Mess- und Prüfdaten fließen in die Feinjustierung ein. Die offizielle Inbetriebnahme-Feier folgt im kommenden Jahr.

Eindrücke von den Messfahrten

Einmal im Messzug mitfahren? In unserer neuen Vlog-FolgeNeubaustrecke Müllheim – Auggen im Test nehmen wir Sie mit auf die Testfahrten entlang der neuen Strecke.

INGE BÜ Tunnel Rastatt

Ausblick

Tunnel Rastatt auf der Zielgeraden: Was geschafft ist – und was jetzt kommt

Im Juli hat die Deutsche Bahn den Rohbau in der Oströhre fertiggestellt. Seitdem hat sie weitere entscheidende Etappen am Tunnel Rastatt geschafft. Projektingenieur Robin Weber erklärt, was jetzt folgt.

Frage: 1

Welche Meilensteine wurden seit Sommer 2025 erreicht?

Im Juli haben wir den Rohbau auch im Havariebereich abgeschlossen und mit dem Innenausbau begonnen. In beiden Tunnelröhren sind die Feste Fahrbahn und die Gleise eingebaut. Damit konnten wir mit der Ausrüstungstechnik starten, etwa dem Verlegen der verschiedenen elektrotechnischen Kabel in den seitlichen Randwegen, den sogenannten Banketten. Das ist zu rund 95 Prozent abgeschlossen. Befahrbarkeitsplatten machen den Tunnel jetzt für Fahrzeuge zugänglich, was die Feuerwehr bereits in einer Übung testen konnte. Am Nordportal in Ötigheim stehen die Oberleitungsmaste. In Niederbühl hat der Bau der Personenunterführung (PU) begonnen und das Verfüllen der Baugrube ist vorerst abgeschlossen. Entlang der PU bauen wir die Schlitzwände im oberen Bereich der Baugrube zurück. Wir stellen so sicher, im Bereich der künftigen Gleise für die Rheintalbahn keine massiven Verbauten zu hinterlassen. Zugleich sichern wir einen ungestörten Grundwasserfluss. 

Frage: 2

Ende 2026 soll der Tunnel in Betrieb gehen: Was ist bis dahin noch zu tun?

Wir schließen den Einbau der technischen Ausrüstung im Tunnel und auf der Freien Strecke ab. Dazu zählen die Verlegung von Bahnfunk und Telekommunikationstechnik mit Notruf, Meldesystemen, Übertragungstechnik, Brandmeldeanlagen und Behördenfunk. Das elektronische Stellwerk im Bereich Kreuzacker wird in das System eingebunden und steuert künftig den Abschnitt von Bashaide bis Rastatt Süd. Danach stehen technische Prüfungen und schrittweise Abnahmen an. Auch für Bahnreisende gut sichtbar: In den kommenden Monaten entstehen an beiden Portalen rund 40 Meter hohe Mobilfunkmasten.

Frage: 3

Was war Ihr persönliches Highlight beim Bau des Tunnels Rastatt?

Die Wiederherstellung der Oströhre über alle Phasen war für mich prägend. Einmalig war das Ausgraben der Tunnelbohrmaschine. Dabei war die enge Zusammenarbeit von Bahn, Baufirma und Gutachter:innen entscheidend, damit wir trotz Unwägbarkeiten vorankommen.  Ich freue mich auf den Moment, wenn der ICE-S, der Probezug der Bahn, im Juni zur Hochtastfahrt kommt – als Signal, dass wir für die Inbetriebnahme im Dezember 2026 auf Kurs sind. 

In der aktuellen Ausgabe des Infobriefs Tunnel Rastatt finden Sie die Baufortschritte aus dem Frühjahr/Sommer 2025 zusammengefasst. Ausführlich gehen wir dort auch auf den Bau der Personenunterführung zur Sporthalle in Niederbühl ein. Weitere Themen sind der Rückbau der Wasseraufbereitungsanlage und die Mobilfunkmasten an beiden Portalen für die Versorgung im Tunnel. In der Sonderausgabe erfahren Sie zudem genau, wie der Weg zur Inbetriebnahme mit Prüfungen, Hochtastfahrten und einer großen Rettungsübung aussieht. 

Schollenberg Kampfmittelberg

Nachgefragt

DB AG/André Gonther

Was schlummert da unter der Erde?

Zwischen Kenzingen und Müllheim untersucht die Deutsche Bahn gerade rund 600 Grundstücke auf Kampfmittel. Geowissenschaftler Sebastian Rößler ist im Projekt Karlsruhe – Basel der Experte für Kampfmittelräumung. Wir sprachen mit ihm über die Hintergründe.

Meldungen

Neueste Meldungen der Streckenabschnitte

Momentaufnahmen

Jahresrückblick: Bauhighlights im Bahnprojekt Karlsruhe – Basel 2025